Dr. Christian Osterwalder  |  Facharzt FMH für Chirurgie
Unterer Graben 35, CH-8400 Winterthur
Tel. +41 52 269 19 19  |  osterwalder@chir.ch

Refluxkrankheit / zwerchfellbruch

Ursache
Beim Schlucken gelangen die Speisen vom Mund über die Speiseröhre in den Magen. Dort werden sie durch das Einwirken von Magensaft (Salzsäure) zu einem Brei verflüssigt. Am Übergang der Speiseröhre zum Magen befindet sich ein Verschlussmechanismus (Ösophagus-Sphinkter), der ein Zurückfliessen des Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert. Dieser Verschlussmechanismus kann im Laufe des Lebens insuffizient werden, d.h. nicht mehr zuverlässig funktionieren. Er wird dann «undicht». Der Mageninhalt und die Salzsäure fliessen in die Speiseröhre zurück. Dies wird Reflux genannt. Die Speiseröhre hat aber keinen Schutzüberzug wie der Magen und so greift die Salzsäure in der Speiseröhre deren Schleimhaut (Epithel) an. Es kommt zu Entzündungen und Geschwüren (Ulzera), die nun Beschwerden verursachen.

Ein Zwerchfellbruch ist ein wesentlicher Faktor, der zu einem undichten Verschlussmechanismus führt. Ein Teil des Magens gleitet beim Zwerchfellbruch vom Bauchraum in den Brustraum hoch. Dies ist möglich, wenn am Zwerchfell die Durchtrittsöffnung für die Speiseröhre erweitet ist. Diese Veränderung kann im Laufe des Lebens langsam auftreten. Die Bezeichnung «Bruch» ist irreführend und in diesem Sinn falsch.
Beschwerden 
Sodbrennen, Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Verstärkt sind diese Beschwerden im Liegen (nachts), beim Pressen und beim Bücken. Sehr starker Reflux kann zu Hustenanfällen oder Asthma führen.

Abklärung 
Der Nachweis der Refluxkrankheit erfolgt endoskopisch durch die Magenspiegelung. Beim Vorliegen von Entzündungen oder Geschwüren am Übergang der Speiseröhre zum Magen ist die Diagnose sicher. 

Komplikationen 
Langjähriger, unbehandelter Reflux kann zu einer bösartigen Veränderung und zu Speiseröhren-Krebs führen. Eine Vorstufe des Speiseröhren-Krebses ist der Barrett-Ösophagus, eine Veränderung des Speiseröhrenepithel, die bei der Endoskopie gesehen werden kann. 

Behandlung 
Die Behandlung der Refluxkrankheit erfolgt zunächst immer mit Medikamenten. Es sind dies Medikamente, welche die Salzsäurebildung im Magen vermindern. Dadurch ist der Magensaft nicht mehr so aggressiv und in der Speiseröhre entstehen keinen Entzündungen mehr. Der Reflux bleibt allerdings bestehen. Diese Medikamente müssen täglich regelmässig eingenommen werden. Es stehen sehr viele Medikamente zur Verfügung. Die heute gebräuchlichsten sind die Protonen-Pumpen-Blocker (PPI).
 
Operation 
Der Reflux kann durch eine Minimal Invasive Operation dauerhaft behoben werden. Mit dem oberen Anteil des Magens wird um die Speiseröhre eine Verschluss-Manschette gelegt, die das Zurückfliessen vom Mageninhalt - also den Reflux in die Speiseröhre - verhindert. Diese Operation nennen wir Fundoplikatio. Zusätzlich muss immer die erweiterte Durchtrittsöffnung für die Speiseröhre im Zwerchfell mit Nähten wieder verengt werden. Die Operation wird in Allgemeinnarkose ausgeführt. Der Klinikaufenthalt dauert 3 bis 4 Nächte nach der Operation. 

Spezifische Op-Komplikationen 
Der obere Teil des Magens hat eine enge Beziehung zur Milz. Die Gewebsbrücken zur Milz müssen durchtrennt werden. Hierbei kann es zu einer Verletzung der Milz kommen. Eine grössere Verletzung hat zur Folge, dass die Milz durch Bauchschnitt entfernt werden muss. Wird vom Operateur die Manschette um die Speiseröhre zu eng angelegt, kann dies zu Schluckstörungen führen. Die festen Speisen gehen dann schlecht von der Speiseröhre in den Magen: sie bleiben «stecken». 
Leichte Schluckbeschwerden während der ersten Tage oder Wochen nach der Operation sind normal. Sie bilden sich spontan zurück. Eine zu lose angelegte Manschette beseitigt den Reflux nicht vollständig. 

Indikation zur Operation 
Wer soll operiert werden? 
Wenn Sie durch das tägliche Einnehmen der Medikamente (PPI) in Ihrer Lebensqualität und vielleicht auch in Ihrer Berufsausübung beeinträchtigt sind, dann werden Sie von einer Operation grossen Profit haben. Beim Vorliegen eines starken Refluxes mit Husten oder Asthma kann die Operation sehr empfohlen werden.

Wann darf nicht operiert werden? 
Wenn Sie auf die Medikamente (PPI) nicht ansprechen, wird auch eine Operation Ihre Beschwerden nicht beseitigen können.