Dr. Christian Osterwalder  |  Facharzt FMH für Chirurgie
Unterer Graben 35, CH-8400 Winterthur
Tel. +41 52 269 19 19  |  osterwalder@chir.ch

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Ursache
Fettreiche Ernährung, Übergewicht, hormonelle Faktoren, Stoffwechselstörungen und andere Faktoren begünstigen das Entstehen von Gallensteinen. Die Galle, welche von der Leber gebildet wird (1 Liter / Tag) enthält viele Substanzen. Es sind vor allem Abbauprodukte von Stoffwechselvorgängen, welche von der Leber mit der Galle ausgeschieden werden. Die für die Fettverdauung benötigten Gallensäuren sind ebenfalls in der Galle enthalten. Die Gallensteine entstehen in der Gallenblase. Diese dickt die Galle ein. Bei erhöhter Konzentration von Cholesterin, Bilirubin und anderen Substanzen in der Galle können Kristalle, d.h. Steine ausfällen.
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Beschwerden
Oft treten die Beschwerden ein bis mehrere Stunden nach dem Essen auf. Es sind Druckgefühle oder Schmerzen im Oberbauch, speziell rechts. Nicht so selten treten die Beschwerden während der Nacht auf. Die typischen, heftigen «Gallenkoliken» sind eher selten. Etwa die Hälfte der Menschen mit Gallensteinen haben keine Beschwerden.

 Durch Steine verursachte Komplikationen
• Akute Entzündung der Gallenblase
• Abwanderung von Steinen in den Hauptgallengang
• Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
• Verschluss des Hauptgallengangs durch einen Stein (Verschlussikterus)
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Diagnose
Die Diagnose der Gallensteine wird heute mit der Ultraschalluntersuchung (Ultraschall, Sonographie) gestellt. Sie sehen im Film Ultraschall der Gallenblase wie die Untersuchung gemacht wird.
(Untersuchung Dr. Pilar Käser, radiologie am graben CH-8400 Winterthur Dres. Antonucci, Käser, Eckhardt, Scherr)


Behandlung
Steine, die Beschwerden machen oder zu Komplikationen geführt haben, sollen entfernt werden. Steine, die zufällig entdeckt werden und keine Beschwerden verursachen, müssen nicht entfernt werden. 95% der Gallensteine sind in der Gallenblase, nur etwa 5% sind in den Gallengängen und dann auch fast immer gleichzeitig in der Gallenblase. Die Steinzertrümmerung (wie bei Nierensteinen) und die medikamentöse Steinauflösung haben sich nicht bewährt und können heute nicht mehr empfohlen werden. Die Behandlung der Wahl heute ist die Operation durch Minimal Invasive Chirurgie.

Ist vor einer geplanten Operation bekannt, dass Steine in den Gallengängen vorhanden sind, so werden diese vorgängig durch eine Magen-Darmspiegelung (ERCP) unter einer Sedation (ohne Narkose) zuerst entfernt. Ein, zwei Tage später erfolgt dann noch die Operation, also die Entfernung der Gallenblase mit den noch verhandenen Steinen darin.
Selten werden während einer Operation Gallensteine in den Gallengängen entdeckt – es besteht die Möglichkeit, während der Operation die Gallengänge zu röntgen – diese "zufällig" entdeckten Gallengangssteine werden dann ein bis zwei Tage nach der Operation durch eine Magen-Darmspiegelung (ERCP) entfernt.
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Operation
Die Operation wird heute Minimal Invasiv in Allgemeinnarkose vorgenommen. Es stehen heute mehrere Techniken zur Verfügung. Welche Technik angewendet wird hängt von Ihnen als Patient und von den Empfehlungen des Sie operierenden Arztes ab. Diese Techniken stehen zur Verfügung:


1. Die klassische, herkömmliche Minimal Invasive Technik
Routinemässig werden für diese Technik 3, eventuell 4 Zugänge (Trokare) benötigt mit einem Durchmesser von 12 und 5 mm (Klassische herkömmliche Technik). Eine mögliche Lage der Hülsen sehen sie in der Abbildung "Anordnung der Instrumente". Diese Technik kann auch wahlweise mit Miniinstrumenten, welche einen Durchmesser von 4 mm haben, ausgeführt werden.
2. SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery)
Bei dieser Operationstechnik, welche während der letzten 2 – 3 Jahre sehr propagiert wurde, wird ein grosser Trokar, welcher 3 kleinere Trokare enthält, durch einen Bauchschnitt im Nabel eingeführt (SILS-Technik). Der Vorteil dieser Technik ist: Die Operationsnarbe ist kaum oder nicht sichtbar. Nachteile sind: die Operation ist schwieriger, da die Instrumente sehr eng nebeneinander liegen. Der zweite und wahrscheinlich wesentlichere Nachteil dieser Technik besteht aber darin, dass nach der Operation häufiger Wundinfektionen im Nabelbereich auftreten. Dies hat zur Folge, dass dann nach Monaten oder Jahren ein Narbenbruch am Nabel entstehen wird. Meine persönliche Meinung ist, dass die SILS-Technik zur Entfernung der Gallenblase wegen der zu erwartenden, gehäuft auftretenden Narbenbrüchen in den nächsten Jahren wieder verlassen wird. Ich habe diese Technik für die Gallenblasenentfernung wieder verlassen.
3. Transvaginale Operation bei der Frau
Bei der Frau gibt es die Möglichkeit, zwei der benötigten Trokare durch das hintere Scheidengewölbe in den Bauchraum einzuführen, der dritte benötigte Trokar wird durch eine kleine Inzision im Nabel eingeführt (Transvaginale Technik). Dieser nur bei der Frau möglichen Technik ist gegenüber den anderen Techniken der Vorzug zu geben. Diese Technik ist den anderen insofern überlegen, da es keine Narbenbrüche gibt, wenig Schmerzen und zudem auch keine sichtbaren Narben entstehen. Psychologisch ist für manche Patientinnen dieser Zugang etwas schwierig zu akzeptieren. Auf der anderen Seite ist es völlig geläufig, die Gebärmutter durch die Scheide entfernen zu lassen. Besonders geeignet ist diese Technik bei Frauen, welche Kinder geboren haben und nicht mehr sehr jung sind. Gegen oben gibt es keine Altersgrenze.
Spezielle Op-Komplikationen
Bei allen Bauchoperationen kann eine Verletzung eines Bauchorgans, speziell von Dünndarm oder Dickdarm auftreten. Bei Operation an der Gallenblase kann es, allerdings sehr selten, zu einer Verletzung des Hauptgallenganges kommen. Die Reparatur einer erkannten Verletzung muss während der Operation ausgeführt werden. Der Reparaturvorgang ist von der Art der Verletzung abhängig.

Nachteile
Die Entfernung der Gallenblase hat keine bleibenden Nachteile, gelegentlich treten jedoch während der ersten Tage oder Wochen dünner Stuhl auf. Eine spezielle Diät nach der Operation ist nicht notwendig.