Dr. Christian Osterwalder  |  Facharzt FMH für Chirurgie
Unterer Graben 35, CH-8400 Winterthur
Tel. +41 52 269 19 19  |  osterwalder@chir.ch

Dupuytren


Ursache
Unbekannt, ein erblicher Faktor ist wahrscheinlich mitbeteiligt. Die Veränderung tritt vorwiegend bei Männern ab dem 50. Lebensjahr auf.

Beschwerden
Durch Wucherung des Bindegewebes der Handfläche und der Finger treten derbe Knoten und Stränge auf. Im späteren Stadium kommt es zu einem langsamen «Einziehen» einzelner Finger in die Handfläche. Hierdurch entsteht eine Behinderung beim Greifen. Die Beugesehnen selbst machen aber keine Veränderung durch, sie sind nie befallen. Die Bezeichnung «Sehnenverkürzung» ist also eigentlich falsch.
Die Dupuytreu Erkrankung kann auch auf der Fusssohle auftreten.

Behandlung
Medikamente, Salben, Bestrahlungen, Massagen, Physiotherapie können den Krankheitsverlauf nicht beeinflussem. Als einzige wirksame Behandlung steht die Operation zur Verfügung und seit wenigen Jahren in ausgewählten Fällen die Injektionsbehandlung mit XIAPEX. Eine «Heilung» ist aber weder durch eine Operation noch durch XIAPEX zu erreichen. Es kann nach Jahren wieder eine Rezidiv, d.h. eine erneute Knoten- und Strangbildung auftreten. Eine zweite oder seltem auch dritte Operation kann dann notwendig werden.
Operation
Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation angezeigt. Das knotig-strangförmig gewucherte Bindegewebe wird entfernt. Eine «Heilung» ist aber durch eine Operation nicht zu erreichen. Es kann, muss aber nicht, nach Jahren wieder ein Rezidiv, d.h. eine erneute Knoten- und Strangbildung auftreten. Eine zweite oder selten auch dritte Operation kann dann notwendig werden.

Gelegentlich kann, um die Belastung durch die Operation möglichst klein zu halten, auf eine Entfernung des gewucherten Dupuytrengewebes verzichtet werden. Es werden dann nur einzelne Stränge durchtrennt, sodass die befallenen Finger wieder besser gestreckt werden können.
Die Operation führe ich ambulant im Praxis-Op in iv-Block durch. Diese Anästhesie (iv-Block) ist eine spezielle Lokalanästhesie. Sie erhalten diese vom Anästhesisten, welcher Sie während der Operation überwacht.
 
Mini-Operation
Bei Unmöglichkeit den Finger zu Strecken wegen eines isolierten Stranges gibt es die Möglichkeit, durch einen oder mehrere kleinste Schnitte oder mit einer feinen Injektionskanüle nur den Strang zu durchtrennen. Nach der Operation muss der Finger mit Schiene in Streckstellung fixiert werden.

XIAPEX-Injektionsbehandlung 
In speziellen Fälen, wenn ein Strang das Strecken eines Fingers verhindert, kann durch eine Injektion von XIAPEX (Collagenase clostridium histolyticum) die Streckung wieder verbessert werden. Die Injektion erfolgt in den Strang, nach 24 Stunden wird dann der inzwischen brüchig gewordene Strang durch passives Strecken des Fingers durchgerisen. Anschliessend muss der Finger noch mit Verband und Schiene, speziell nachts in Streckstellung fixiert werden. Langzeitergebnisse sind noch keine Vorhanden.
Nachbehandlung
Die Hand mit den operierten Fingern ist während 2 bis 3 Wochen in einem Verband. Manchmal wird in den Verband für einzelne Finger eine kleine Kunststoffschiene eingelegt. Nach Abschluss der Wundheilung (2 bis 3 Wochen) werden die Fäden entfernt. Oft ist anschliessend zur Rehabilitation der Hand eine Ergotherapie Handtherapie notwendig.

Spezielle Op-Komplikation
Bei jeder Handoperation, speziell bei der Dupuytren-Operation, besteht die Gefahr der Verletzung von Nervenfasern. Die Folge solcher Verletzung ist eine Gefühlsstörung am betroffenen Finger. Bei Rezidiv-Operationen ist dieses Risiko erhöht. Auch Verletzungen der feinen Fingerarterien können vorkommen. Diese haben aber auf die Durchblutung des Fingers selten eine schwerwiegende Auswirkung. Gelegentlich tritt eine Schwellung der ganzen Hand auf. Diese wird als Algodystrophie (früher Sudeck) bezeichnet und kann eine langwierige Therapie erfordern.