Dr. Christian Osterwalder  |  Facharzt FMH für Chirurgie
Unterer Graben 35, CH-8400 Winterthur
Tel. +41 52 269 19 19  |  osterwalder@chir.ch

Hauttumor

Nävus (Muttermal)
Ein Nävus kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Nävi. Sie sind in der Regel scharf begrenzt, sie können flächenhaft oder erhaben sein. 
Die wichtigsten und häufigsten Formen sind:

Einfache Pigmentflecken (Pigmentzellnävus) 
Sie sind immer gutartig und brauchen keine Behandlung.
Kongenitaler Nävus (Angeborener Nävus) 
Diese Nävi, welche häufig auch behaart sein können (Tierfellnävus) sollten wegen möglicher Entartung im jugendlichen Alter entfernt werden.
Nävuszellnävus
Sie unterscheiden sich von den einfachen Pigmentflecken durch das Auftreten von vielen Nävuszellen. Das Erscheinungsbild der Nävuszellnävi ist sehr vielfältig. Sie sind oft dunkel pigmentiert.

Diese Nävi sollen nur dann entfernt werden, wenn sie erhaben sind und dadurch stören. Ein weiterer Grund für eine Entfernung ist dann gegeben, wenn diese Nävi unregelmässig begrenzt und unregelmässig pigmentiert sind. Bei diesen besteht die Möglichkeit der bösartigen Entartung.
Blauer Nävus
Er ist dunkelblau bis schwarz. Obwohl er immer gutartig ist, ist eine Entfernung wegen seiner Ähnlichkeit im Aussehen mit einem Melanom zu empfehlen.
Lentigo maligna
Die Lentigo maligna kann im Aussehen leicht mit einem einfachen Pigmentfleck verwechselt werden. Sie zeigt jedoch im Gegensatz zu diesem ein langsames Wachstum, der Pigmentfleck wird ständig grösser. Da eine Entartung in ein Melanom häufig vorkommt, soll die Lentigo maligna operativ entfernt werden.
Basaliom (Basalzellkarzinom)
Das Basaliom tritt vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf. Ein wesentlicher Risikofaktor ist langjährige intensive Sonnenbestrahlung. Es ist ein bösartiger Hautkrebs, welcher in das umliegende Gewebe einwuchert. Das Basaliom bildet aber keine Ableger (Metastasen). Das Aussehen eines Basaliom kann vielfältig sein.

Eine Operation ist zu empfehlen. Das Basaliom wird mit einem Sicherheitsabstand von bis 5 mm umschnitten und entfernt. In den meisten Fällen ist damit eine dauerhafte Heilung erreicht.
Plattenepithelkarzinom (Pflasterzellkarzinom)
Es kommt vorwiegend beim Menschen im hohen Lebensalter vor. Es ist ein bösartiger Hauttumor. Er wächst in die Umgebung und in die Tiefe. Im Gegensatz zum Basaliom bildet das Plattenepithelkarzinom Ableger (Metastasen) in den Lymphknoten.

Eine Entfernung durch Operation ist immer notwendig. Bei grossen Tumoren oder spezieller Lage im Gesicht muss der entstandene Hautdefekt mit plastischen Massnahmen gedeckt werden (Hautverpflanzung oder Lappenplastik). Gelegentlich muss auch eine Nachbestrahlung durchgeführt werden.
Melanom (Schwarzer Hautkrebs)
Wie bei anderen Hautkrebsarten ist die Sonnenbestrahlung (UV-Bestrahlung) die wichtigste Ursache für das Auftreten eines Melanoms. Eine erbliche Veranlagung mit familiärer Häufung wird beobachtet. Das Melanom entsteht aus den Pigment bildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Dieser bösartige Hautkrebs entsteht oft durch Entartung aus einem Nävuszellnävus.

Dunkel pigmentierte, unregelmässig begrenzte, grösser werdende Nävi sind auf Melanom verdächtig. Ebenso nach Berühren oder leichtem Kratzen sofort blutende Nävi. Sie sollten entfernt werden.

Das Melanom wächst sehr frühzeitig in die Tiefe und bildet deshalb äusserst früh Metastasen in den benachbarten Lymphknoten. Das Melanom kann noch winzig klein sein (1 mm) und doch schon Metastasen gebildet haben.

Besteht Verdacht auf ein Melanom so wird dieses in Lokalanästhesie wie ein Nävus entfernt und histologisch untersucht. Liegt dann ein Melanom vor so muss anschliessend eine Nachexzision durchgeführt werden.

Bei Vorliegen einer gutartigen Veränderung sind keine weiteren Massnahmen mehr notwendig. Ein Nävus sollte immer entfernt werden, bevor er bösartig entarten kann und zum Melanom wird.Die Grösse der Nachexzision bei vorliegen eines histologisch gesicherten Melanoms richtet sich nach der Tumordicke (nach Breslow) und der Eindringtiefe (nach Clark) des Melanoms. Da das Melanom in die Tiefe wächst, d.h. auch in Gewebsschichten unter der Haut (diese Ausbreitung der Tumorzellen ist während der Operation nicht erkennbar), muss eine grosszügige ("radikale") Exzision vorgenommen werden. Dies bedeutet, dass das Melanom, bzw. die Exzisionstelle des bereits zur Histologie entnommenen Melanoms mit einem Sicherheitsabstand zwischen 1 und 2 cm ausgeschnitten werden muss. Der gesamte Hautbereich mit dem darunter liegendem Fettgewebe bis auf die Muskelfaszie wird immer entfernt. Der entstandene Defekt kann wegen seiner Grösse nicht immer direkt verschlossen werden. 
Histiozytom
Das Histiozytom der Haut ist wahrscheinlich kein eigentlicher Tumor der Haut, also kein autonom wachsender Tumor einer Bindegewebszelle der Haut (Histiozyt). Es ist wahrscheinlich eine Reaktion der Haut (der Histiozyten) auf einen schädigenden Reiz (z.B. nach Entzündung oder Insektenstich). Es macht sich bemerkbar als oft juckendes Knötchen in der Haut. Ein spontanes Abheilen ist möglich, häufig wird dies jedoch durch wiederholtes Kratzen wegen des Juckreizes verhindert. Eine Entfernung des Histiozytoms soll nur dann vorgenommen werden, wenn es wegen seiner Lage wesentlich Beschwerden bereitet.
Problem Narbenbildung nach Ausschneidung (Exzision) von Hautveränderungen 
Jede Operation hinterlässt eine Narbe. Die meisten Operationsnarben sind später als feine, blasse Striche erkennbar. Bei Entfernung eines Hauttumors entstehen leider manchmal kosmetisch nicht ganz befriedigende Narben. Der Grund dafür ist, dass Haut entfernt wurde - also ein Hautverlust entstanden ist. Die Wunde lässt sich zwar durch eine Naht direkt verschliessen. Es bleibt aber während Monaten eine erhöhte Spannung auf der Operationsnarbe. Dies führt dazu, dass manche Narben nach Wochen etwas breit werden. Mit einer speziellen Nahttechnik (intrakutane Naht mit resorbierbarem Faden) lässt sich dies oft, aber leider nicht immer ganz verhindern.

Hinzu kommt noch, dass die Narbenbildung individuell sehr verschieden ist. Es gibt Menschen, welche sehr überschüssig Narben bilden. Wir nennen diese Narbe: hypertrophe Narben. Diese Narbenbildung lässt sich durch das Auflegen von Silkonpflaster günstig beeinflussen.